Bauleiter Oliver Brossat über die Faszination Bauingenieurwesen

Als Schüler mischte Oliver Brossat den Beton, spülte Maurerkellen und demontierte Schalungsstützen. Das Geld war nebensächlich. Die vielfältigen Aufgaben, die Menschen und die Atmosphäre faszinierten ihn: „Bauen macht Spaß!“ Diese Einstellung prägte seine Karriere. Seit rund drei Jahren betreut er für den Baudienstleister Köster Bauvorhaben, die zu den größten in Deutschland gehören. „Man muss Einsatz zeigen und braucht dafür unbedingt das richtige Umfeld“, beschreibt der 27-jährige Bauleiter die Formel für seinen Erfolg. Wir haben ihn in Düsseldorf auf einer der spannendsten Baustellen der Bundesrepublik begleitet.

Know-How im Detail, Weitblick für das Projekt

Kräne, Stahlstreben, Baugruben – für das ungeübte Auge wirkt der 36.000 qm große Arbeitsplatz von Oliver Brossat mitten in der nordrhein-westfälischen Hauptstadt konfus. Innerhalb des 1,2 Kilometer langen Bauzauns erneuert die Messe Düsseldorf an der Südseite ihr zentrales Entrée. Der Neubau umfasst neben der 12.000 qm großen Messehalle 1 mitsamt gewaltigem Glasfoyer ein Vordach in den Ausmaßen eines Fußballfeldes sowie Außenanlagen und Tiefgarage. Auf den zweiten Blick ist die komplexe Logistik der Großbaustelle alles andere als Willkür. „Wir bewegen uns auf engstem Raum. Das Baufeld grenzt an vorhandene Gebäude oder Außenanlagen der Messe Düsseldorf, die während des Neubaus natürlich weiterhin vollständig in Betrieb sind. Uns stehen wenig Lagerflächen zur Verfügung und wir optimieren den Bauablauf kontinuierlich“, beschreibt Brossat eine der Herausforderungen des Projekts, bei dem gleich mehrere Leistungsbereiche des Baudienstleisters Köster ineinandergreifen.

In regelmäßigen Sitzungen koordinieren die Verantwortlichen relevante Eckpunkte des Projekts. Auch die Zusammenarbeit mit Baupartnern wird gemeinsam abgestimmt. (Bildquelle: Köster-Gruppe)

Die Einzelgewerke aus Hoch- und Tiefbau, Stahl- und Fassadenbau sowie Technischer Gebäudeausstattung machen für ihn einen großen Teil des Reizes der Baustelle aus. Die Abstimmung aller Gewerke sei minutiös zu takten. Rund 300 Arbeiter werden über die gesamte Bauzeit hinweg an dem Neubau der Messe mitarbeiten. Die Koordination ist die wichtigste Aufgabe des Bauleiters.

"Indem wir die Meilensteine in den Bauablaufplänen einhalten, arbeiten wir jeden Tag darauf hin, den Kunden zufriedenzustellen."

Oliver Brossat, Bauleiter, Köster GmbH

Wichtigster Faktor für das Gelingen sei die gegenseitige Unterstützung im Team. Brossat, sein Tiefbau-Projektleiter Björn Wille und die rund 20-köpfige Tiefbau-Mannschaft stehen in permanentem Kontakt mit den 30 Bauleiter- und Polier-Kollegen, die den Hochbau betreuen. „Da hier alle Leistungen von Köster kommen, entstehen keine Interessenkonflikte untereinander, was wiederum zu erfolgreichen Einigungen und Lösungen innerhalb der Gewerke führt“, freut sich Brossat. „Als Bauleiter für den Tiefbau steure ich das Bodenmanagement, sowie die Herstellung der Versorgungsleitungen und die Ausführung der Außenanlagen. Dazu gehört auch das Koordinieren unserer Baupartner.“ Insgesamt legt das Team rund 17.800 qm Außenfläche in gebundener und ungebundener Bauweise inklusive 700 Einbauteile an und bewegt rund 25.000 Kubikmeter Bodenaushub. „Obwohl ich mich um die Tiefbauthemen kümmere, sehe ich trotzdem das große Ganze, an dem wir als Team gemeinsam arbeiten."

Die Köster-Teams arbeiten beim Tief- und Hochbau Hand in Hand. So werden Lösungen kurzfristig erarbeitet und umgesetzt. (Bildquelle: Köster-Gruppe)

Praktische Erfahrungen sammeln

Für den gegenseitigen Austausch spiele vor allem die Prozesssteuerung eine wichtige Rolle. „Da wir aus einem Haus kommen und mit denselben Standards arbeiten, kommt das Projekt schnell voran und bleibt transparent.“ Das gebe dem Kunden Sicherheit. Der junge Bauleiter sieht für sich einen weiteren Vorteil: „Ich konnte mich bei meinem ersten Projekt für Köster am Tunnel Hirschhagen in der Nähe von Kassel trotz der gigantischen Ausmaße gut einarbeiten. Mir ist es wichtig, dass nicht jeder sein eigenes Süppchen kocht“, meint der Bauingenieur, der sein Studium bereits mit 22 Jahren abgeschlossen hat. An der Jadehochschule Oldenburg habe er zwar das Fachwissen gelernt. Wie man sich später als Bauleiter organisiere, müsse man jedoch selbst herausfinden. „Man muss lernfähig und anpassungsfähig sein. Räumliches- und vorrausschauendes Denken sind von Vorteil, damit Abläufe besser bewertet werden können."

"Unternehmen wie Köster vereinfachen mit standardisierten Prozessen und hausinternen Fortbildungsmöglichkeiten den Einstieg und natürlich auch die Karriere. Die berufliche und persönliche Weiterentwicklung geht hier mit der frühen Übernahme von Verantwortung einher."

Oliver Brossat, Bauleiter, Köster GmbH

Ob er das Studium weiterempfehlen würde? „Auf jeden Fall“, rät Brossat jedem, der sich für das Thema interessiert. „Dir wird nichts geschenkt. Aber wenn Du den inneren Antrieb hast, das durchzuziehen, dann klappt das auch.“ Um herauszufinden, ob man wirklich Interesse an der Materie mitbringt, empfiehlt er ein Praktikum in Unternehmen wie Köster. Es gebe Einblicke in die verschiedensten Bereiche wie den Hoch- und Tiefbau, die Fachplanung oder auch die Architektur. Zudem knüpfe man erste Kontakte zur Branche, die im Verlauf des Studiums noch eine wichtige Rolle spielen können. Er selbst lernte so die Behörde kennen, in der er seine Bachelor-Thesis verfasste, bevor er über weitere Kontakte seine erste Anstellung erhielt.

Björn Wille, Köster-Projektleiter Tiefbau auf der Baustelle der Neuen Messe Süd in Düsseldorf, und Oliver Brossat, Bauleiter Tiefbau, teilen sich ihr mobiles Büro. Sie stehen in permanentem Austausch. (Bildquelle: Köster-Gruppe)

Kompetente Kollegen, professionelle Ausstattung

Eine Ausbildung mit Bezug zur Baubranche mache zwar vor dem Beginn eines Studiums Sinn, ist seiner Meinung nach aber nicht zwangsläufig notwendig. Mitbringen sollte man vielmehr Eigeninitiative und Gewissenhaftigkeit. „Auf der Baustelle muss sich jeder auf den anderen verlassen können. Sonst gibt es Probleme.“ Damit die gar nicht erst entstehen, müsse auch der Arbeitgeber seinen Teil leisten und ein Umfeld mit kompetenten Kolleginnen und Kollegen sowie mit der richtigen Ausstattung sicherstellen. „Wenn dann noch die Projekte stimmen und ich mit meinem Einsatz zu deren Erfolg beitragen kann, fühle ich mich wohl. So wie bei dem aktuellen Neubau der Messehalle 1 in Düsseldorf.“

Bevor die Besucher über die neu angelegten Außenanlagen in das üppige Foyer aus Glas eingeladen und Aussteller in der Messehalle komfortabel mit Strom, Breitbandinternet, Druckluft, Frischwasser- und Abwasseranschlüssen versorgt werden, steht noch viel Arbeit an. Die Eröffnung des Neubaus ist 2019 geplant.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung durch:
Allgemeine Bauzeitung – Exkurs Ausbildung, Beruf, Karriere; Ausgabe 5; Patzer Verlag; 2018. Weitere Informationen und Link zur Ausgabe.

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