Das im Deponiebau obligatorische Probefeld mit der geplanten Abdichtung sowie dem beispielhaften Unter- und Aufbau wurde von einem unabhängigen Gutachter für die Auftraggeberin geprüft und abgenommen, meldet Köster-Bauleiter Stefan Schmitz. Er hofft nun, bis in den Oktober hinein arbeiten zu können. Erdarbeiten, Rohrleitungsbau, Abdichtung und Belegung gehen in dieser Zeit Hand in Hand. Das Bergfest, mit dem die „Halbzeit“ des Projektes gefeiert wird, findet vermutlich im September oder Oktober 2026 statt. „Der größte Teil der Abdichtung im ersten Bauabschnitt sollte dann geschafft sein“, erklärt Köster-Projektleiter und Diplom-Ingenieur Niklas Skorupa.
Das Probefeld wurde begutachtet und freigegeben. Die Abdichtung der Zentraldeponie II in Münster-Coerde kann beginnen. Bildquelle: Köster GmbH
In den zurückliegenden Wintermonaten wurden täglich zwischen 3000 und 4000 Tonnen unterschiedlicher Schüttgüter angeliefert, berichtet Polier Rene Fuchs. Dank des Engagements der Köster Stoffstromabteilung werden bis zum Abschluss der Arbeiten insgesamt rund 120.000 t Rekultivierungsboden und 130.000 t Deponieersatzbaustoffe auf die Baustelle gebracht. Um die Sicherheit der Schüttguttransporte sicherzustellen, wurde im Spätsommer des vergangenen Jahres die etwa drei Meter breite, kurvenreiche Zufahrt zum Baufeld verlängert und eine Ausfahrt aus der Deponie an anderer Stelle geschaffen. Risiken durch Begegnungen an- und abfahrender Lkw wurden damit eliminiert.
Projektleiter Skorupa freut sich über die erneut sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Team Stoffstrom: „Gemeinsam ist es uns gelungen, sämtliche Schüttgüter, die für das Projekt in enormen Mengen benötigt werden, in der geforderten Qualität rund um Münster zu beschaffen. Das ist keine Kleinigkeit und von großer Bedeutung für den Erfolg der Arbeit.“ Während der Kalkulations- und Angebotsphase habe man sich in vielen Shopfloor-Runden getroffen. Projektverantwortlich im Team Stoffstrom sind Dipl.-Ing. Hasan Ünsal und Danijel Djukic (M.Sc.). Sie berichten über die erfolgreiche Verknüpfung von zwei Bauprojekten:
„Die Verwertung von Recyclingmaterial und Deponieersatzstoffen wird in der Bauwirtschaft immer wichtiger. Wir denken deshalb bei Köster in sinnvollen Kreisläufen und Verwertungsketten. Für die Deponie in Münster können wir z. B. Aushub und Material aus dem Rückbau eines Tiefbauprojektes nutzen, das wir in Osnabrück realisieren.“
In einem Qualitätsmanagementplan ist festgelegt, wie häufig Stichproben des angelieferten Schüttguts genommen und nach einer Eigenprüfung einer unabhängigen, externen Fremdüberwachung zugeführt werden. „Nur Material, das von der Bezirksregierung nach Prüfung freigegeben wurde, wird eingebaut“, erklärt Projektleiter Skorupa. Den technisch fachgerechten Einbau des Schüttguts im optimalen Einbauverfahren und seine Verdichtung überwacht Polier Rene Fuchs. Die Herausforderung besteht darin, Tag für Tag je rund 1000 m2 Fläche für die Kunststoffdichtungsbahn vorzubereiten und anschließend innerhalb von 24 Stunden zu überdecken, damit keine UV-Schäden an der Folienabdichtung entstehen.
Gebaut wird auch auf der Deponie in Münster ausschließlich von erfahrenen, speziell qualifizierten Fachkräften und -unternehmen. Die besondere Leistungsfähigkeit des Köster Umwelttechnik habe viel mit der Erfahrung der beteiligten Menschen zu tun, betont Projektleiter Skorupa.
„Viele unserer Bauleiter und Poliere arbeiten seit Jahrzehnten im Deponiebau. Köster ist zugleich bestens vernetzt mit Industrieunternehmen und Verarbeitern, die z. B. im Gasleitungsbau oder der Abdichtung Expertise einbringen können.“
Um die Anlieferung von insgesamt 250.000 Tonnen Rekultivierungsboden und Ersatzbaustoffen sicher zu bewältigen, wurde die Zufahrt zum Baufeld so optimiert, dass Begegnungsrisiken für die täglich bis zu 4.000 Tonnen Schüttgut liefernden Lkw durch eine separate Ausfahrt vollständig eliminiert werden konnten Bildquelle: Köster GmbH
Gemeinsam könne man flexibel auf Planänderungen und besondere Herausforderungen, z. B. durch Extremwetter, reagieren. Beim Deponiebau in Münster kommen hochwertige Kunststofffolien und Geotextilien von Solmax Geosynthetics zum Einsatz.
Für die Auftraggeberin ebenso wie für Köster spielt die Sicherheit auf der Baustelle eine zentrale Rolle. Wer auf der Baustelle arbeitet, soll zuverlässig vor Gesundheitsrisiken geschützt werden. Arbeitsmediziner überprüfen vor und nach dem Projekt die Gesundheit der Mitarbeitenden und vor allem eventuelle Schadstoffbelastungen. Poliere und Bauleiter von Köster absolvieren regelmäßig Seminare der BG Bau zum Arbeitsschutz in Gefahrenbereichen.
Köster ist ISO-zertifiziert und verfügt über ein langjährig etabliertes, geprüftes Managementsystem für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz (SGU). Da das Zertifikat regelmäßig durch Audits erneuert werden muss, dokumentiert es zugleich eine solide etablierte Sicherheitskultur. Alle operativ tätigen Mitarbeiter und Führungskräfte verfügen über nachgewiesenes Fachwissen im Arbeitsschutz, das durch anerkannte Schulungen und Prüfungen erworben wurde.
Schon bald wird der Fortschritt der Arbeiten auch für die Münsteraner erkennbar sein: Denn abgedichtete Teilflächen auf dem Baufeld werden zeitnah begrünt, so dass die ersten Grünflächen über Herbst und Winter einwachsen und bereits im Frühjahr 2027 gefallen können. „Durch die unmittelbare Begrünung reduzieren wir das Risiko einer Erosion der gerade eingebrachten Pflanzerde“, erklärt Bauleiter Schmitz.
Bis in den Sommer 2029 hinein wird sich Köster um die Pflege der neu geschaffenen Grünanlage kümmern, um eventuell auftretende Bodenveränderungen sofort auszugleichen. Nach Übergabe des fertiggestellten Bauwerks an die awm wird der bestehende Erlebnispfad weiterhin als außerschulischer Lernort genutzt. Angemeldete Gruppen und Schulklassen können dann bei einem geführten Rundgang erleben, was tief unter ihren Füßen auf der ehemaligen Deponie geschieht. Das gesammelte Deponiegas steht für die Stromerzeugung im Blockheizkraftwerk der awm zur Verfügung.
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