Die Deponie Kornharpen (Deponieklasse DK II) umfasst insgesamt rund 34 Hektar und wird in sieben Abschnitten schrittweise stillgelegt und dauerhaft gesichert. Mit dem dritten und vierten Bauabschnitt wird nun ein weiterer großer Teil der Oberfläche abgedichtet – insgesamt rund 10 Hektar, mit einer jährlichen Bauleistung von etwa 4 bis 5 Hektar.
Wie in den ersten Bauabschnitten kommt ein modernes Oberflächenabdichtungssystem zum Einsatz. Ziel ist es, Niederschlagswasser zuverlässig von der Deponie fernzuhalten und kontrolliert abzuleiten. Dafür wird der Untergrund in Anschluss- und Randbereichen profiliert – durch gezielten Auf- und Abtrag sowie der Lieferung und dem Einbau zusätzlicher Sekundärbaustoffe zur Profilierung.
Der Aufbau des Abdichtungssystems erfolgt als Flächenbauwerk und besteht wie schon in den ersten beiden Bauabschnitten aus:
● Trag- und Ausgleichsschicht
● Geosynthetische Tondichtungsbahn als 1. Abdichtungslage
● Kunststoffdichtungsbahn als zusätzliche 2. Dichtungslage
● Drainagebahn, die Wasser gezielt ableitet
● Geogitter zur Sicherung steiler Böschungsbereiche
● Oberboden und Unterboden für die Bepflanzung
● Begrünung zur ökologischen Aufwertung
Die Oberfläche der Deponieklasse wird durch Sekundärbaustoffe profiliert und technisch abgedichtet. Dieses System gewährleistet den dauerhaften Schutz vor eindringendem Niederschlagswasser. Bildquelle: Köster GmbH
Da durch die großflächige Abdichtung enorme Mengen an Niederschlagswasser nicht mehr im Boden versickern können, baut Köster die Infrastruktur des Wassermanagements massiv aus. Neben einem neuen Regenrückhaltebecken West entstehen ein Absetzbecken sowie ein Drosselbauwerk. Das Absetzbecken sorgt dafür, dass sich Sedimente aus dem Wasser lösen können. Anschließend wird das Wasser im Rückhaltebecken aufgestaut und über das Drosselbauwerk zeitlich versetzt sowie kontrolliert an die städtische Kanalisation abgegeben.
Zusätzlich zum Regenwassermanagement fließen Optimierungen aus den Vorabschnitten in das aktuelle Projekt ein. So wird der Rinnenfuß des Oberflächenentwässerungssystems nicht mehr mit Schotter ausgelegt, sondern aus Wartungsgründen mit langlebigen Betonfertigrinnen gebaut.
„Die Baugrundverhältnisse auf einer Deponie gleichen oft einem Zauberkasten – man greift hinein und weiß vorher nie ganz genau, was man vorfindet. Durch unsere Erfahrungen aus den ersten Abschnitten kannten wir die Gegebenheiten vor Ort jedoch sehr gut und konnten dem Bauherrn sichere Kalkulationen und passende Optimierungsvorschläge bieten.“
Die Erdarbeiten, der Kanalbau sowie die infrastrukturellen Maßnahmen werden von Kösters eigenen Fachkräften im Tiefbau umgesetzt. Nur für einzelne Gewerke, wie die Verlegung der Kunststoffdichtungsbahnen, kommen erfahrene Nachunternehmer zum Einsatz.
Der Einsatz des eigenen Personals ist auf der Deponie ein entscheidender Sicherheitsfaktor. In Gruben können sich gefährliche Gase wie Kohlendioxid absetzen. Die Köster-Mitarbeiter sind für Arbeiten in kontaminierten Bereichen speziell geschult, führen an kritischen Stellen Freimessungen durch und halten strenge Sicherheitsvorgaben – wie ein absolutes Rauchverbot – ein, um Unfälle zu vermeiden, die insbesondere durch Methanfreisetzungen aus dem Deponiekörper entstehen können.
Auch der maschinelle Einbau der Materialien erfordert höchste Präzision: Die empfindlichen Tondichtungsbahnen, und geotextilen Bahnen dürfen nicht direkt befahren werden und müssen sukzessive sowie absolut gleichmäßig mit Rekultivierungsboden belegt werden, um Wellenbildungen und Schäden an der Abdichtung zu verhindern.
Die Installation der Tondichtungs- und Geotextilbahnen erfolgt unter kontinuierlicher Gasüberwachung. Ein sukzessiver Materialauftrag gewährleistet die wellenfreie und dichte Versiegelung der Oberfläche. Bildquelle: Köster GmbH
Die Zentraldeponie Kornharpen wird in insgesamt sieben Bauabschnitten Schritt für Schritt gesichert. Nach Abschluss der aktuellen Abdichtungsarbeiten im Jahr 2027 werden der dritte und vierte Bauabschnitt auf die Nachnutzung vorbereitet. Auf der Südseite des zweiten Bauabschnitts wird eine Photovoltaikanlage, die für die Bauarbeiten temporär abgebaut werden musste, wieder neu errichtet und liefert künftig grünen Strom. Die restlichen Flächen werden mit einer zweischichtigen Rekultivierungsschicht versehen und begrünt.
Unabhängig davon läuft die Nachsorge der Deponie weiter: Das im Inneren entstehende Deponiegas wird über das im Zuge der Bauarbeiten umgebaute und erneuerte Gasfassungssystem mit einer Gasunterstation weiterhin kontinuierlich gesammelt und ressourcenschonend zur Verstromung genutzt.
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