Unerwartete Herausforderungen dank Köster-Prozess-System gelöst

Fernwärmeleitung am Kraftwerk Weisweiler fristgerecht hergestellt

30. November 2022 | Eschweiler

Themen: Spezialtiefbau

Ein straffer Terminplan in Kombination mit nicht alltäglichen Spezialanforderungen machten die Erneuerung der Fernwärmeleitung am Kraftwerk Weisweiler in Eschweiler für die Köster GmbH zu einer ebenso interessanten wie anspruchsvollen Bauaufgabe. Die ursprünglich planerisch nicht vorgesehene Grundwasserhaltung sowie die Erstellung zwei paralleler Pressbohrungen in 6,5 Metern Tiefe erforderten ein hohes Maß an spezialisierter Baukompetenz. Hinzu kamen erhöhte Anforderungen an die Arbeitssicherheit und die Vorgabe der RWE Power AG, die Tiefbauarbeiten vor Beginn der Heizperiode zu beenden. Dank der Steuerung mithilfe des Köster-Prozess-Systems (KPS) konnten die Arbeitsschritte perfekt aufeinander abgestimmt werden, sodass kein Aachener Haushalt im Winter ohne Heizen auskommen musste.
 

Über die 12 x 5 Meter große Startgrube mit angebautem Treppenturm werden die Schutzrohre auf einer Länge von 20 m durchpresst. Bildquelle: Köster GmbH

Offiziell beginnt die Heizperiode in Deutschland im Oktober. Genau das war auch die Frist, die die RWE Power AG der Köster GmbH zur Erneuerung der Fernwärmeleitung am Kraftwerk Weisweiler in Eschweiler gesetzt hatte: Zeitgleich mit dem Sinken der Außentemperaturen sollte die neue Leitung wieder in Betrieb gehen, damit die Verbraucher zu Hause nicht frieren mussten. Denn immerhin versorgt das Kraftwerk Weisweiler unter anderem auch Teile von Aachen und das Forschungszentrum Jülich über das kommunale Versorgungsnetz der Stadtwerke mit Fernwärme.

Gute Planung als Erfolgsfaktor

Als erfahrener und professioneller Baupartner konnte Köster den Zeitplan sicherstellen. Nach drei Monaten waren die Mitte Juli 2020 begonnenen Arbeiten in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der RWE und weiteren beteiligten Fachfirmen wie vereinbart abgeschlossen – trotz der Tatsache, dass der Bauablauf durch eine notwendige Grundwasserhaltung überraschend geändert werden musste.

Dass dennoch niemand im Kalten sitzen musste, ist der vorausschauenden Planung mit dem Köster-Prozess-System (KPS) zu verdanken. Quasi sein Herzstück, der Masterplan, ermöglicht während der gesamten Projektphase eine fortlaufende Kontrolle über Termine, Kosten und Qualität und hilft durch ein IT-gestütztes Frühwarnsystem, im Falle eines Bausolls rechtzeitig gegenzusteuern. In Eschweiler war dies besonders nützlich, um angesichts der vorgeschobenen Wasserhaltung die Übersicht über die Gewerke zu behalten und zeitlich zu koordinieren.

„Die hohe Fachkompetenz und Leistungsbereitschaft der Köster-Mitarbeiter sowie deren Flexibilität und das Verantwortungsbewusstsein ermöglichten es, die oft komplexen Herausforderungen ohne Probleme zu lösen. Die Arbeiten wurden termin- und fachgerecht in hoher Qualität ausgeführt. Bemerkenswert ist auch das hohe professionelle Niveau der Dokumentation.“

Christoph Hauer, RWE Power AG

Grundwasserhaltung vorgeschaltet

Laut Ausschreibung war keine Grundwasserhaltung vorgesehen. Vor Ort stellten die Mitarbeiter von Köster allerdings fest, dass angesichts des anstehenden Grund- und Schichtenwassers präventive Maßnahmen getroffen werden mussten, um ein Eindringen in die Baugruben zu verhindern – denn als Verbautechnik war der nicht wasserdichte Berliner Verbau vereinbart worden.

Sowohl die Start- als auch die Zielgrube lagen bei dem Projekt in sieben Metern Tiefe. Um beide Gruben wurden neun Brunnen für die geschlossene Wasserhaltung errichtet und das Wasser abgepumpt. Auf diese Weise war ein trockenes und sicheres Arbeiten in den Gruben möglich. Um das wieder einzuleitende Grundwasser aufzuklaren, ließ Köster es mehrere in Kaskaden geschaltete Absetzbecken passieren.

Erst nachdem die Kampfmittelsondierung keine Auffälligkeiten ergeben hatte und der Brunnenbau ausgeführt worden war, konnte somit die eigentliche Bohrpressung vorgenommen werden.

„Aufgrund des ursprünglich nicht vorgesehenen Brunnenbaus mussten wir die Bohrpressung verschieben. Dadurch gestaltete sich unser Zeitplan enger als anfangs gedacht. Aber dank KPS, einer guten Abstimmung mit dem Kunden sowie einem tollen Team vor Ort konnten wir die Arbeiten dennoch pünktlich abschließen.“

Carsten Laurenz, Projektleiter Köster GmbH

Für die neue Fernwärmeleitung am Kraftwerk Weisweiler in Eschweiler werden zwei parallele Stahlrohre als Schutzrohre auf einer Länge von 20 m mittels ungesteuerter Pressbohrung eingebracht. Bildquelle: Köster GmbH

Ungesteuertes Press-/Bohrverfahren

Notwendig geworden war die Erneuerung der Fernwärmeleitung aufgrund eines Lecks. Gleich mehrere Gründe führten dazu, dass die RWE Power AG die Gelegenheit für eine Verlaufsänderung nutzte: Zum einen verlief die alte Leitung über ein Privatgrundstück. Die alte Positionierung war auch deshalb ungünstig, da sie wenig Spielraum zur Dehnung der Leitung bei Temperaturveränderungen zuließ. Außerdem war der durch eine Senke definierte Bereich aufgrund einer undichten städtischen Regenwasserleitung und dem ohnehin aus dem Waldgebiet zufließenden Bodenschichtenwasser stärker durchfeuchtet. So war es die Aufgabe von Köster, den neuen Abschnitt der Fernwärmetrasse in geschlossener Bauweise unter der Dürwißer Straße und einer parallel verlaufenden Vorflut hindurchzuführen. In einer Tiefe von 6,50 Meter und auf einer Länge von 20 Metern durchpresste das Bauunternehmen aus Osnabrück zwei parallele Schutzrohre mit 914 mm Durchmesser mittels ungesteuertem Press-/Bohrverfahren.

Die erforderlichen Gruben wiesen am Startpunkt eine Größe von 12 x 5 Metern und am Ziel eine Größe von 5 x 5 Metern auf. Um die Sicherheit seiner Mitarbeiter zu gewährleisten, errichtete Köster in Abstimmung mit der Werksfeuerwehr der RWE an der Startgrube einen 4 x 4 Meter großen Grubenanbau mit Treppenturm. Hierüber konnten die Werkzeuge und Arbeitsmaterialien tagtäglich gefahrlos eingebracht werden.

Das Kraftwerk Weisweiler wird mit Braunkohle aus dem Tagebau Inden befeuert. Da bei der Stromgewinnung Wasser eingesetzt wird, kommt ein Teil der dabei entstehenden Wärme Nutzern in der Nachbarschaft zugute – zumindest in den nächsten Jahren. Um das Jahr 2030 wird Weisweiler seine Stromerzeugung auf Basis von Braunkohle einstellen, weil der Tagebau Inden dann ausgekohlt ist. 

Die Startgrube für das Press-/Bohrverfahren unter der Dürwißer Straße liegt in sieben Metern Tiefe. Für das sichere Einbringen von Werkzeugen ist eigens ein Treppenturm (rechts im Bild) errichtet worden. Eine geschlossene Wasserhaltung sorgt dafür, dass kein Grundwasser in die Grube gelangt. Bildquelle: Köster GmbH

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