Die Bestandsanlagen im Zentrum des deutlich erweiterten Umspannwerkes Landesbergen werden Zug um Zug zurückgebaut. Parallel entstehen auch hier Fundamente für moderne neue Schaltfelder. Bildquelle: Köster GmbH
Das Umspannwerk Landesbergen ist ein zentraler Netzknotenpunkt – deshalb werden seine Kapazitäten deutlich erweitert. Für die Verarbeitung hoher Leistungsflüsse in Ost-West- sowie Nord-Süd-Richtung wurden leistungsfähigere Transformatoren installiert, die unter anderem per Schiff über die Weser und dann per Schwerlasttransport zum Umspannwerk gebracht wurden.
In Sichtweite des Großkraftwerkes Peter Frank entstand das Umspannwerk Landesbergen in der ersten Hälfte der 1960er Jahre. Jetzt wird es deutlich erweitert. Bildquelle: Köster GmbH
Als die Bauarbeiten 2023 beginnen sollten, wurden bei den vorausgehenden archäologischen Probegrabungen Zeugnisse früher menschlicher Siedlungen gefunden. Vor dem Umspannwerk auf einem Gelände, das heute als Baustelleneinrichtungsfläche genutzt wird, legten Fachleute 14 sogenannte Brandgräber frei. Sie stammen vermutlich aus dem Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit. Zwölf Urnen und einige Grabbeigaben konnten sichergestellt werden. Bei der Flächenbegehung entdeckten die Experten zudem mehrere neuzeitliche Knöpfe und Münzen, Geschosse und andere Metallobjekte. Darunter Fragmente eines geometrisch verzierten Bronzeblechs und eines bronzenen Kamms.
Im Bauabschnitt 2 entstehen aktuell Betonsockel für die Masten der neuen Betriebsanlagen im Zentrum des Umspannwerkes Landesbergen. Bildquelle: Köster GmbH
Sobald auch Rück- und Neubau der Betriebsanlagen im Zentrum abgeschlossen sind, wird das Bauteam in Landesbergen insgesamt 1850 Einzelfundamente hergestellt haben – für Masten, Portale und weitere Stahltragkonstruktionen des Umspannwerkes. Abschließend wird eine Umzäunung mit einem 60 cm tiefen Betonfundament als Unterkriechschutz errichtet. „Die Anforderung an die Absicherung zentraler Knotenpunkte der Energieinfrastruktur steigen“, berichtet Köster-Projektleiter Yannick Kettenbach. „Auch hierzu stehen wir mit unserem Kunden im Austausch.“
Auf dem Boden der im Bauabschnitt 1 errichteten neuen Schaltfelder zeigt sich bereits frisches Grün. Bildquelle: Köster GmbH
Das Umspannwerk Landesbergen ist an das Höchstspannungsnetz (380 kV) angeschlossen. Deshalb sind hier wie in jedem Umspannwerk ausschließlich Bauleiter, Poliere und Fachpersonal sowie Nachunternehmer des Köster Energieinfrastrukturbaus mit einer besonderen Qualifikation tätig. Auf der Baustelle und unter den Starkstromleitungen dürfen nur Personen arbeiten, die gemäß DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) über die Gefahren elektrischen Stroms unterwiesen sind und strikt auf die Einhaltung aller Vorgaben des Arbeitsschutzes achten.
Unternehmen wie der TenneT TSO GmbH bieten die Fachabteilungen von Köster sowohl eine intensive Beratung als auch die zuverlässige Umsetzung technologisch und wirtschaftlich sinnvoller Lösungen. Auf der Basis langjähriger Erfahrung und umfassenden Know-Hows erbringen sie eine große Bandbreite an Leistungen – selbstverständlich unter Einsatz neuester Technologien und auf Wunsch bis zur schlüsselfertigen Übergabe. Die Köster GmbH ist als Fachbetrieb nach dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) anerkannt und schafft Rechtssicherheit durch Gütezeichen der für den Infrastrukturbau maßgeblichen Prüfstellen und Fachverbände. Das zertifizierte Sicherheitsmanagement von Köster entspricht den strengen Vorgaben des SCL und SCC-Regelwerks.
Für die termin- und budgetgerechte Fertigstellung von Infrastrukturprojekten sind aus Sicht von Projektleiter Yannick Kettenbach vor allem zwei Faktoren entscheidend: eine gut aufgestellte Organisation sowie die Expertise und Erfahrung der beteiligten Fachkräfte und Unternehmen. „Wir brauchen – und haben – Kollegen, die täglich vor Ort verantwortungsbewusst und im Sinne des Kunden entscheiden“, betont er. Das gelte auch dann, wenn Planungsprozesse noch nicht vollständig abgeschlossen seien. Diese Mitarbeitenden handelten im besten Sinne unternehmerisch – sowohl für Köster als auch für TenneT. Der Kunde schätze insbesondere die hohe Lösungskompetenz der Bauleiter, Poliere und Fachkräfte des Köster Energieinfrastrukturbaus. Entsprechend sei die Zusammenarbeit von Respekt und gegenseitigem Vertrauen geprägt.
1. Was ist ein Umspannwerk?
Sie sind die Dreh- und Angelpunkte unserer Stromversorgung. Wie an einer Straßenkreuzung treffen dort die Leitungen aufeinander, werden miteinander verbunden und der Strom auf verschiedene Spannungsebenen transformiert und weitergeleitet. Am Anfang wird über Höchstspannungsleitungen mit 220 oder 380 Kilovolt die Energie (zum Beispiel aus den Kraftwerken) zu den Umspannwerken transportiert und dort auf das nächstniedrigere Spannungsniveau von 110 Kilovolt transformiert.
Die Spannungsebenen im Überblick
2. Wie groß ist ein Umspannwerk?
Die Größe eines Umspannwerks variiert stark und hängt primär von der Spannungsebene (Höchst-, Hoch- oder Mittelspannung), der Leistung und der Bauart (Freiluft- oder gasisolierte Anlage) ab. Sie reicht von kleinen, begehbaren Häuschen bis hin zu riesigen Anlagen, die mehrere Hektar umfassen.
3. Wie viele Umspannwerke gibt es in Deutschland?
Laut netztransparenz.de gibt es in Deutschland mehr als 350 Umspannwerke allein im Übertragungsnetz (Höchstspannung -> Hochspannung). Hinzukommen mehrere tausend Umspannwerke sowie Umspannstationen/Trafostationen, die die elektrische Energie von der Hoch- über die Mittel- in die Niederspannung transformieren. Am Ende der Kette ist der Strom mit 400 bzw. 230 V für die Endverbraucher nutzbar.
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