Seit 2013 betreibt die GLG Grieshaber Logistics Group AG in Rheinfelden den Logistik Park Hochrhein, einen Standort mit optimaler Anbindung am Autobahngrenzübergang zur Schweiz. Die Kapazitäten der 25.000 m² großen Bestandshalle reichten nicht für die weitere Entwicklung des Unternehmens, das zum europaweit agierenden ASTRE DACH-Logistiknetzwerk gehört. Der Hallenneubau sei deshalb ein wichtiger Schritt in die Zukunft, wie ein Unternehmensvorstand anlässlich des Spatenstichs im Herbst 2025 betonte:
„Mit diesem Bauprojekt setzen wir ein klares Zeichen zur Erfüllung der aktuellen und zukünftigen Anforderungen in der Pharmalogistik. Wir investieren gezielt in Technologie und Infrastruktur, die höchste Standards in puncto Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit erfüllen.“
Für die GLG Grieshaber Logistics Group stellt der Hallenneubau einen wichtigen Schritt in die Zukunft dar. Bildquelle: Köster GmbH
Umgesetzt wurde der Hallenneubau durch das Generalunternehmen Köster. In die 10.000 m² große Halle, in der idealerweise immer 18 bis 20 Grad Celsius herrschen, wurde eine 1.400 m² große Kühlkammer für Produkte integriert, die bei 2 bis 8 Grad gelagert werden müssen. „Die Temperatur stand bei diesem Projekt eindeutig im Fokus“, erklärt Dipl.-Ing. Ingo Barnert, der das Projekt für Köster leitete. Zur lückenlosen Kontrolle und Dokumentation der Kühl- bzw. Temperaturkette installierte Grieshaber in der Halle 300 Datenlogger. Die Köster-Logistikexperten schafften die baulichen Voraussetzungen dafür, dass die Halle entsprechend temperiert werden kann. Um eine konstante Temperatur zu erreichen, haben die Köster-Fachleute für Technische Gebäudeausstattung (TGA) ein Konzept für Wärmepumpen entwickelt, das die Heiz- bzw. Kühllast gleichmäßig verteilt. Dazu wird die erwärmte bzw. gekühlte Luft mit Gebläsen über die Regale hinweg in die Halle befördert. Dort sorgt dann der natürliche Luftausgleich für die passende Temperatur. Auch die verstärkte Dämmung trägt dazu bei, die Temperatur konstant zu halten. „Damit die sensiblen Produkte auch während der Verladeprozesse möglichst wenig Temperaturschwankungen ausgesetzt sind, haben wir zusätzlich zu den üblichen Anlieferungsrampen Load-Houses errichtet, also Schleusen, an die die LKW andocken können“, beschreibt Ingo Barnert ein weiteres bauliches Detail. Im Inneren der Halle sorgen automatisierte Packstraßen, moderne Förderanlagen und Robotic-Systeme für reibungslose Logistikabläufe.
Die Lagerfläche der Halle wird durch 1.864 m² Büro-, Sozial- und Technikräume ergänzt. Zudem bieten drei Mezzaninen weitere 3.520 m² Platz. Eine der Mezzaninen sticht durch ihre ungewöhnliche Tiefe von 24 m bei 90 m Länge hervor. „Die Mezzanine können nicht nur als Lagerfläche, sondern auch als Büroraum ausgebaut werden, da entsprechende Fensterflächen und notwendige Anschlüsse vorhanden sind“, so Ingo Barnert.
Auf dem Außengelände errichtet Köster 106 PKW-Stellplätze und bereitet zugleich die moderne Ladeinfrastruktur für E-LKW-vor. „Gemeinsam mit dem Kunden haben wir auch ein Photovoltaik- und Speicherkonzept entwickelt“, erinnert sich Ingo Barnert an die Planungsphase. Die sei ein wichtiger Faktor für die Nachhaltigkeit des Gebäudes.
In die 10.000 m² große Halle, in der idealerweise immer 18 bis 20 Grad Celsius herrschen, wurde eine 1.400 m² große Kühlkammer für Produkte integriert, die bei 2 bis 8 Grad gelagert werden müssen. Bildquelle: Köster GmbH
Bei den Planungen der Halle mussten die Beteiligten einerseits den Bestand berücksichtigen, andererseits aber auch schon die weitere Entwicklung auf dem Areal im Blick haben. Die 13 Jahre alte Bestandshalle befindet sich auf dem Nachbargelände. Die Sprinkleranlage der neuen Halle musste mit dieser Anlage verbunden werden; auch dafür fanden die Köster-Experten eine kompatible Lösung. Außerdem richtete Köster in enger Abstimmung mit dem Versorgungsunternehmen für den kompletten Standort eine neue zentrale Elektroverteilung ein. Diese könnte zukünftig weitere Hallen versorgen. „Für zusätzliche Hallenflächen liegt bereits eine Baugenehmigung vor“, erklärt Daniela Butz, Leitung Geschäftsbereich Technik/Einkauf bei Grieshaber, die das Projekt auf Kundenseite betreute. „Den Bau machen wir jedoch davon abhängig, wie sich die Marktsituation für uns entwickelt.“
Die baulichen Voraussetzungen für eine Hallenerweiterung seien jedoch stets von Anfang an von allen Beteiligten mitbedacht worden. „Wir haben beispielsweise einen H-Träger in der neuen Halle eingebaut, der als Halterung für die nächste Halle dienen kann. Die derzeitige Außenwand wird dann als Brandschutzwand fungieren. Im Außenbereich haben wir bereits alle Leerrohre verlegt, sodass dort keine weiteren Tiefbauarbeiten mehr nötig wären. Die Sprinkleranlage und die Elektrotechnik sind jetzt ebenfalls problemlos erweiterbar“, fasst Ingo Barnert weitere Maßnahmen zusammen.
Sowohl die Verantwortliche bei Grieshaber als auch die Köster-Projektleitung heben die partnerschaftliche Zusammenarbeit bei diesem ersten gemeinsamen Projekt hervor. „Es stand für alle Beteiligten immer das Projekt im Fokus!“, betont Daniela Butz. Als es durch Lieferschwierigkeiten eines Nachunternehmers zu zeitlichen Verzögerungen gekommen sei, habe sich das Köster-Team vor Ort besonders engagiert, um die Bauzeit zu beschleunigen: „Die Wirksamkeit der Köster-Prozesse zu sehen war wirklich beachtlich. Und auch die bauliche Qualität hat uns voll und ganz überzeugt!“, so Daniela Butz. Aufgrund der Erfahrungen kann sie sich gut vorstellen, die geplanten Erweiterungen zu gegebener Zeit mit Köster umzusetzen:
„Wir würden uns sehr freuen, wenn Köster sich dann auch an der Ausschreibung beteiligt.“
Kühlanlagen, Wärmepumpen und vielen andere Finessen prägen die Technische Gebäudeausstattung (TGA) bei diesem Projekt der GLG Grieshaber Logistics Group in Rheinfelden. Bildquelle: Köster GmbH
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