Das Hotel „Alte Wache“, das früher an der Adenauerallee 21-25 stand, genügte modernen Standards nicht mehr. Bereits im April 2024 übernahm ein Joint Venture aus der Projektentwicklungsgesellschaft Hamburg mbH (PEG) und der Reiß & Co. Gruppe die Entwicklung und Realisierung des Neubauprojekts. Zu diesem Zeitpunkt stand auch Premier Inn als langfristiger Mieter fest.
Bevor die Neubauarbeiten auf dem 3.400 m² großen Grundstück beginnen konnten, übernahm Köster den Rückbau des alten Hotel- und Bürogebäudes. Aufgrund der zentralen Lage waren spezielle Vorbereitungen nötig, wie Diplom-Ingenieur Peter Wieser, technischer Leiter des Köster-Bereichs Projektbau, erklärt: „Wir haben an der viel befahrenen und auch von Fußgängern stark genutzten Adenauerallee einige sichere Fußgänger-Stege errichtet. Unmittelbar vor der Baustelle konnten wir zudem eine Fläche anmieten, sodass die direkte Zufahrt auf das Gelände möglich ist. Hierbei zeigte die Stadt Hamburg sich sehr kooperativ.“ Zum Schutz der benachbarten Gebäude in der Häuserzeile wurden entsprechende statische Lösungen umgesetzt. Und auch den unteririschen ÖPNV hat das Team bei den Planungen im Blick, denn das Grundstück grenzt an einen U-Bahntunnel. „Dieses Thema müssen wir bei unseren Planungen stets bedenken. Dies betrifft bereits die Bauphase. Der Einsatz von Baumaschinen und Kränen oberhalb des Tunnels muss so geplant werden, dass die Belastbarkeit der Tunnelkonstruktion eingehalten wird“, so Peter Wieser.
Während hier der Fokus auf dem Schutz der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur liegt, beeinflusst umgekehrt der U-Bahnbetrieb die bauliche Ausbildung des neuen Hotels. „Damit die Gäste einen ruhigen Aufenthalt genießen können, werden wir das Hotel baulich vom Umfeld entkoppeln“, erklärt Peter Wieser. Dazu werden auf der Außenseite erdberührter Bauteile und im Übergang zu den Nachbargebäuden spezielle Matten zur Vibrationsentkopplung aufgebracht. Auf diese Weise wird das Gebäude effektiv von den Auswirkungen und Erschütterungen des Bahnverkehrs im benachbarten Tunnel abgeschirmt.
Das neue Hotelgebäude mit einer Bruttogrundfläche von 10.016 m² im Stadtteil St. Georg in Hamburg soll in einer Bauzeit von zwei Jahren fertiggestellt werden, sodass 2028 künftigen Gästen eine ideale Anbindung im Herzen der Stadt geboten wird. Bildquelle: RKW Architektur +
Für den Hotelneubau mit insgesamt 10.016 m² Bruttogrundfläche hat das Köster-Team nur etwas mehr als zwei Jahre Zeit. „Hier wird sich der umfangreiche Einsatz von Fertigteilen positiv auf die Bauabläufe auswirken“, ist sich Peter Wieser sicher. So werden in allen Obergeschossen sowie in Teilen des Erdgeschosses teilvorgefertigte Filigrandecken erstellt, auch Filigrandoppelwände kommen zum Einsatz. Die Treppenläufe und Installationsschächte werden ebenfalls vorgefertigt montiert. In den Sanitärbereichen kommen zudem, wie im Hotelbau inzwischen üblich, komplett vorgefertigte Nasszellen zum Einsatz.
Um trotz der beengten Situation auf der Baustelle effizient arbeiten zu können, wird das benötigte Material über einen Baustellenaufzug angeliefert. Die Fassade wird deshalb erst spät komplett geschlossen. Dann werden die möglichst früh fertiggestellten Hotel-Aufzüge für den Materialtransport im Haus genutzt.
Damit die Bauabläufe reibungslos ineinandergreifen, setzt das Team auf bewährte Steuerungsinstrumente des Köster-Prozess-Systems. Dazu gehören Shopfloor-Management mit täglichen kurzen Treffen der am Bau Beteiligten sowie die Taktplanung und der Last-Planner. Auch die Koordination mit dem Mieter muss langfristig geplant sein, wie Peter Wieser sagt: „Wir müssen Premier Inn jeweils sechs Monate vor Übergabe einer Fläche, also beispielsweiser einer Etage, davon unterrichten. Diese Vorlaufzeit benötigt der Mieter, damit er seine spezialisierten Partner beauftragen kann, den Innenausbau im PI-gerechten Design umzusetzen. Zudem werden wir möglichst früh ein Musterzimmer fertigstellen, das einen Eindruck von den späteren Hotelzimmern vermittelt.“ Bis dahin wird jedoch noch einige Zeit vergehen. Als nächster Meilenstein ist das Richtfest zum Jahresende 2026 avisiert.
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