Sicherheit hat höchste Priorität

Köster baut eines der größten Gefahrstofflager Europas in Worms

11. September 2023 | Worms

Themen: Logistikimmobilien

Köster hat in Worms eines der größten Gefahrstofflager in Europa für die BS Logistikzentrum GmbH, einer Projektgesellschaft bestehend aus der Timbra Group und der TST GmbH, errichtet. 

Wenn in einem Logistikzentrum Gefahrstoffe mit unterschiedlichen Anforderungen gelagert werden sollen, zählt vor allem eins: Die Sicherheit für Mensch und Umwelt. Das gilt auch für das neue Gefahrstofflager in Worms, das mit 24.000 m² eines der größten in Europa ist. Hier arbeiteten die Fachleute des Köster-Kompetenz-Centers Logistikimmobilien Bielefeld Hand in Hand mit Logistik- und Brandschutzexperten.

Dieser Kurzfilm mit Impressionen vom Logistikzentrum in Worms vermittelt in rund 90 Sekunden einige interessante Zahlen, Daten und Fakten. Quelle: Köster GmbH

Das Gebäude liegt unmittelbar am Rhein auf einem insgesamt etwa 51.000 m² großen Gelände mit guter Anbindung an die B9. In dem Logistikzentrum mit rund 24.000 m², zu dem auch ein vorgesetztes Bürogebäude, ein Pförtnerhaus sowie Außenanlagen gehören, werden künftig Produkte mit unterschiedlichen Anforderungen für ein großes Unternehmen der Chemieindustrie gelagert und umgeschlagen. Dazu zählen wassergefährdende Stoffe, leicht entflammbare Substanzen sowie Produkte, die temperiert oder gekühlt gelagert werden müssen. Deshalb wird auch ein 330 m² großes Kühllager für Temperaturen von 4 bis 10 Grad Celsius integriert.

Bei dem Neubau handelt es sich um die Erweiterung einer bestehenden Logistikimmobilie. Die Baustellenlogistik und die Arbeitsabläufe mussten mit dem dort ablaufenden Logistikbetrieb koordiniert werden. Die Gestaltung der baulichen Schnittstellen zur Bestandshalle wurde dadurch erleichtert, dass diese 2013 ebenfalls von Köster gebaut wurde. „Das war für uns von großem Vorteil, weil wir auf die Planungen unserer Gießener Kollegen zurückgreifen und beim Anschluss an das Bestandsgebäude darauf aufbauen konnten“, erklärt Köster-Projektleiter Arthur Löwen. Dafür mussten nicht nur entsprechende Durchfahrten und Tore geplant und erstellt werden, sondern auch zahlreiche Anschlüsse für die technische Gebäudeausstattung (TGA), beispielsweise für das Rauchmeldesystem.

Alles für den Brandschutz

Die neue Halle ist geprägt durch die Aufteilung in ca. 1.000 m² große Compartments, die mit Stahlbetonbrandwänden und Brandschutztoren von den übrigen Hallenabschnitten getrennt sind. Im Brandfall halten die verbauten F90-Wände einem Feuer mindestens 90 Minuten lang stand. Der komplette Raum ist bis zu einer Höhe von 80 Zentimetern über der Hallensohle als Explosionsschutzzone ausgewiesen: „Hier dürfen keine Anlagen oder Anschlüsse eingerichtet werden, die Funken erzeugen könnten, weder Steckdosen oder Leuchten, noch Lademöglichkeiten für Stapler. Auch die Schaltschränke wurden auf Sockeln platziert“, erläutert Arthur Löwen. Für die Sicherheit in den Hallen sorgen eine Rauchansauganlage (RAS-Anlage) sowie Flammenmelder. In einigen Abschnitten wurde zusätzlich eine Gaswarnanlage eingebaut. 18 der insgesamt 21 Compartments sind zudem durch eine vollautomatische Schaumlöschanlage gesichert. 

„Die Umsetzung der vollautomatischen Schaumlöschanlage in dieser Größenordnung erforderte umfangreiche Planungen. Viele Gewerke waren an der Montage beteiligt und mussten koordiniert werden. Die Installation der Anlage wirkte sich nicht nur auf die Bauabläufe in der Halle aus. Sie beeinflusste auch die Gestaltung des Hallendaches.“ 

Arthur Löwen, Projektleiter Köster GmbH

Im Falle einer Havarie flutet die automatische Schaumlöschanlage innerhalb von zwei Minuten das betreffende Hallensegment mit Leichtschaum. Dabei wird 2/3 mehr Schaumvolumen erzeugt als das Compartment fassen kann, da sich der Schaum im Brandfall teilweise zersetzt. Der überschüssige Schaum entweicht durch die dafür vorgesehenen Druckentlastungsöffnungen auf dem Hallendach. Damit der abfließende Schaum die Feuerwehr nicht behindert, sondern fachmännisch entsorgt werden kann, hat der Bauherr an der Fassade zusätzlich eine Schaumzersetzungsanlage installiert. Außerdem wurden an allen relevanten Stellen Löschwassersperren errichtet. Um zu verhindern, dass Löschwasser oder andere Gefahrenstoffe in den Boden eindringen, ist im kompletten Gebäude eine Abdichtungsbahn nach WHG (Wasserhaushaltsgesetz) verbaut.

Die Halle ist in ca. 1.000 m² große Compartments aufgeteilt, die mit Stahlbetonbrandwänden und Brandschutztoren von den übrigen Hallenabschnitten getrennt sind. Bildquelle: Köster GmbH

Das Thema Brandschutz erforderte schon im Vorfeld viel Zeit, Kompetenz und Koordination, erklärt Arthur Löwen: „Wir hatten bereits vor dem Baustart mehrere Termine mit der Feuerwehr Worms. Zum einen haben wir die Feuerwehrumfahrt für die Bauphase geplant, die während der Bauarbeiten im Fall einer Havarie in der Bestandshalle durchgehend passierbar bleiben musste. Zum anderen wurden der Aufbau der neuen Halle, die Wegführungen sowie die Einrichtung der Löschwassersperren und der Anschlüsse besprochen. Auch für die Feuerwehr ist ein Objekt in dieser Größenordnung und mit vollautomatischer Löschschaumanlage etwas Besonderes. Wenn die Anlage auslöst, greift die Feuerwehr nicht mehr manuell in den Löschvorgang ein.“  

Für die Planung und Umsetzung des Logistikzentrums und auch der Brandschutzanlagen stand das Köster-Team in engem, partnerschaftlichem Austausch mit den Fachleuten der TST-Gruppe. Diese wickeln hier zukünftig die Logistik für ihren Kunden ab und brachten zudem ihre Erfahrungen aus dem Bau und Betrieb des eigenen kleineren Gefahrstofflagers ein. Wie komplex die jetzt realisierte Anlage ist, lässt sich auch an den Abnahmeverfahren ablesen: „Wir hatten allein für die Löschschaumanlage insgesamt sechs Abnahmetermine“, berichtet der Köster-Projektleiter.

Kostensteigerung ausgebremst

Das neue Logistikzentrum in Worms ist bereits das siebte Projekt, das Köster für TIMBRA und TST realisiert. Eigentlich sollte das Köster-Team schon im Sommer 2021 mit den Arbeiten starten. „Da es sich um ein sehr sensibles Projekt handelt, benötigten wir die Baugenehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG). Ein Baustart war somit erst im Juni 2022 möglich“, so Arthur Löwen. „Außerdem nahmen Archäologen noch einige Untersuchungen nach einem neuen Verfahren auf dem eigentlich schon freigegebenen Gelände vor und wurden fündig. Das Team um unseren Industrietiefbau unterstützte sie dabei, mehrere Kreisgräber aus der Keltenzeit (ca. 500 v. Chr.) freizulegen.“ Letztlich starteten die Arbeiten ein Jahr später als geplant und damit nach dem Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine. Dieser führte zu erheblichen Preissteigerungen und Lieferengpässen in der Baubranche. „Wir hatten jedoch unsere Baupartner schon sehr frühzeitig in das Projekt eingebunden. Ein Teil der Fertigteile war bereits produziert, wichtige Komponenten der TGA geordert. In intensiven Verhandlungen mit unseren Baupartnern konnten wir die Preissteigerung für den Bauherrn etwa halbieren“, erklärt Arthur Löwen. Neben dem erfolgreichen Abschluss des Projekts ist auch dies eine gute Basis für eine Fortsetzung der Baupartnerschaft.

Hier geht es zu einem weiteren Projekt, dass wir mit der TST GmbH in Monsheim umsetzen. 

Die TST GmbH ist ein inhabergeführtes Logistikunternehmen aus Worms. Die Logistikdienstleistungen haben ihre Schwerpunkte in der Pharma- und Chemieindustrie.

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