Wie dieses Konzept baulich im Detail aussieht, erläutert Diplom-Ingenieur Meik Wibbeler, der das Projekt für Köster leitet, anhand eines „digitalen Zwillings“, dem BIM-Model. „Wir erstellen insgesamt vier Gebäude, die durch begrünte Außenanlagen aufgelockert werden und über einen Fußweg direkt an den Medipark angeschlossen sind. Die beiden Wohngebäude – eines mit vier, das andere mit fünf Geschossen – bieten insgesamt 44 barrierefreie Wohnungen, von denen fünf speziell für Rollstuhlfahrer ausgelegt sind.“ Die Wohnungsgrößen variieren vom 2-Zimmer-Appartement mit ca. 50 m² über 2- und 3-Zimmer-Wohnungen mit 60 m² bis 90 m² bis hin zu den Penthouse-Wohnungen mit 100 m² bis 140 m². Nahezu alle Wohnungen verfügen über Terrassen oder Balkone, die Ausstattung ist hochwertig. Ein weiterer Pluspunkt im eng besiedelten Stadtteil: Zu jeder Wohnung gehört ein Tiefgaragenplatz, an dem bei Bedarf auch eine Wall-Box eingerichtet werden kann. Die übrigen der insgesamt 109 Tiefgaragenplätze sind öffentlich nutzbar und vor allem für Besucher und Mitarbeiter der Arztpraxen und Büros gedacht. An acht Stellplätzen werden auch hier E-Ladesäulen eingerichtet.
Das 5-geschossige Ärztehaus schließt zu einer Seite an einen kleinen Spielplatz am Hoffmeyerplatz an: „Dort werden wir im Erdgeschoss eine Bäckerei mit Café als Mieter gewinnen – für Patienten, Besucher und Beschäftigte im Hoffmeyer Carré, aber auch für die umliegenden Bewohner des Stadtteils,“ so Tobias Schubert. Abgerundet wird das Ensemble durch das Bürogebäude, das einen starken architektonischen Akzent an der Straßenkreuzung setzt.
Mit Praxisräumen, einem Bürogebäude, zwei Mehrfamilienhäusern und einer Bäckerei mit Café wird das neue Hoffmeyer Carré den Osnabrücker Stadtteil Wüste aufwerten. Bildquelle: Köster GmbH
In Bezug auf Nachhaltigkeit überzeugt das Hoffmeyer Carré ebenfalls. Unter der Tiefgarage wird ein 1.000 m³ Wasser fassender Eisspeicher zum Heizen und Kühlen der Gebäude eingebaut. In den Wohngebäuden erfolgt das über die Fußbodenheizung. In den gewerblich genutzten Bauten sorgt eine Betonkernaktivierung in Heiz-Kühl-Decken für ein angenehmes Raumklima. Das Mikroklima wird durch die Fassaden- und Dachbegrünung positiv beeinflusst. Während die Haustechnik und die Ausstattung in den Gebäuden hochmodern sind, nimmt die Fassadengestaltung deutlich Bezug auf die historische Bebauung: „Es gibt beispielsweise einige kleinere Vorbauten, die auf die Bebauung früherer Zeiten verweisen. Außerdem werden wir im umlaufenden Sockel und in einigen Fassadenelementen eines der Wohngebäude die Ziegel verwenden, die wir beim Rückbau der Bestandgebäude ‚geerntet‘ haben (Hier geht es zu einem Bericht über die Ziegelernte). Diese bekommen im Hoffmeyer Carré im Sinne der Kreislaufwirtschaft ein neues, nachhaltiges Leben“, erklärt Meik Wibbeler eine Besonderheit. Mit ihren unterschiedlichen Farbtönen und zahlreichen Versprüngen nehmen die Fassaden des Hoffmeyer Carrés zudem unterschiedliche Aspekte der gewachsenen Gebäudestrukturen im Umfeld auf.
Derzeit erarbeitet das Köster-Team die Baustellenlogistik für das Bauvorhaben. Diese stellt angesichts der dichten Bebauung, schmaler Zufahrtswege sowie der beengten Platzverhältnisse auf dem Areal eine echte Herausforderung dar.
Vier Gebäude entstehen im neuen Hoffmeyer Carré, zwei davon werden Wohngebäude und bieten insgesamt 44 barrierefreie Wohnungen. Bildquelle: Köster GmbH
Die Bauphase am Hoffmeyer Carré startete im Spätsommer mit dem Tiefbau. Die Köster-Tiefbauexperten erstellen dann eine wasserdichte Baugrube mit 440 versetzten Bohrpfählen, die 13 m tief in die Erde gebohrt werden. „Wir haben uns bewusst für diese Methode entschieden, weil sie vergleichsweise wenige Erschütterungen verursacht. Das schont sowohl die umliegende Bausubstanz als auch die Menschen, die hier leben und arbeiten“, erklärt Meik Wibbeler. Für die Erstellung der Tiefgarage wird das Grundwasser kontrolliert abgesenkt. Dazu wird Wasserstand bereits seit Monaten an Kontrollbrunnen ständig überprüft. Fachleute kümmern sich während der Grundwasserabsenkung bei Bedarf um die Bewässerung der Bäume.
Nach der Fertigstellung des Verbaus wird das Erdreich etwa vier Meter tief ausgebaggert und die Sohle für die Tiefgarage erstellt. Beim Bau des Eisspeichers, der sich unter der Tiefgaragensohle befindet, hat das Köster-Team sich für eine besondere Lösung entschieden: Hierzu wird eine weitere Baugrube innerhalb der Baugrube eingerichtet, in der das Grundwasser nicht abgesenkt wird. Bautaucher erstellen dort die Betonsohle und sichern sie anschließend mit Zugankern gegen den Auftrieb ab.
Der Zeitplan für das Projekt steht schon fest, wie Meik Wibbeler erklärt: „Die Fertigstellung der Tiefgarage ist für Ende 2027 geplant, der Rohbau soll im Frühjahr 2028 stehen, dann starten wir mit dem Innenausbau und den Fassadenarbeiten. Zum Jahreswechsel 2028/29 werden die Gebäude bezugsfertig sein.“
Im Spätsommer 2026 starteten die Tiefbauarbeiten für das Hoffmeyer Carré. Spezialisten von Köster erstellen dabei eine wasserdichte Baugrube mit 440 versetzten Bohrpfählen, die 13 m tief in die Erde gebohrt werden. Bildquelle: Köster GmbH
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